Panama Papers und Putin: Wie objektiv ist die Recherche?

heise online:

Die Panama Papers markieren nicht nur einen Meilenstein im investigativen Journalismus, man muss eigentlich schon von einer tektonischen Plattenverschiebung sprechen. Ein “International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ)” aus 400 Journalisten recherchierte ein Jahr unter dem Siegel der Verschwiegenheit und hatte Zugriff auf die bislang größte Masse an vertraulichen Daten. Mit dem isländischen Premierminister, der seine finanziellen Angelegenheiten kreativ gestaltete, ist bereits der erste Staatschef so gut wie erledigt.

 


Doch bereits wenige Stunden nach den ersten Veröffentlichungen witterten Kritiker eine selektive Darstellung. So fiel manchen auf, dass MossFon kaum nennenswerte Kunden aus den USA haben soll. Dem gegenüber treffen die Enthüllungen der ersten Berichtswelle vor allem Personen aus Simbabwe, Nordkorea, Russland und Syrien - Länder, die das US-Außenministerium auf dem Kieker hat. Das macht die Vergehen zwar nicht besser, wirft aber Fragen zur Neutralität der "vierten Gewalt" auf.

 

Craig Murray, als ehemaliger britischer Botschafter mit diplomatischen Verlogenheiten gut vertraut, weist auf die Versicherung des Guardian hin, es werde viel Material vertraulich bleiben. Das Vertrauen mancher Whistleblower im Dunstkreis von WikiLeaks zum Guardian gilt schon länger als gestört. Craig verweist vor allem auf die Finanzierung der vernetzten Rechercheure von ICIJ durch das USA's Center for Public Integrity. Dort finden sich noble Spender wie Ford Foundation, Carnegie Endowment, Rockefeller Family Fund, W K Kellogg Foundation und Open Society Foundation (George Soros).

 

Cash.ch (awp international): Russland verurteilt 'Panama Papers' als westliche Propaganda

Russland reagiert wütend auf Informationen aus den "Panama Papers" über angebliche verborgene Milliarden im Umfeld von Präsident Wladimir Putin. Kremlsprecher Dmitri Peskow sprach am Montag von einem Versuch, Putin langfristig zu diskreditieren. Auch andere Moskauer Vertreter werteten die grossangelegte Medienrecherche zu Briefkastenfirmen als Attacke des Westens gegen Russland.

 

RT Deutsch: Putin könnte, Putin dürfte, Putin hätte: Lang lebe der Konjuntiv!

Spekulation, Mutmaßungen und freie Fantasie: Wenn es darum geht, dem Präsidenten der Russischen Föderation irgendetwas anzudichten, sind der künstlerischen Freiheit keine Grenzen gesetzt. Aber sind Journalisten Künstler?

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Screenshot: Tages-Anzeiger Titelseite - 04.04.2016
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Screenshot: NZZ Titelseite - 04.04.2016

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Screenshot: Blick.ch - 04.04.2016
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Screenshot: dw.com Titelseite Süddeutsche Zeitung - 04.04.2016
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Screenshot: Tagesschau.de - 03.04.2016
Screenshot: panamapapers.sueddeutsche.de
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Kommentare: 1
  • #1

    Dojo (Dienstag, 05 April 2016 14:59)

    Die guten alten westlichen Medien, gegen den Russen. Ich finde das schon fast tragisch.
    Gut dass Ihr hier ein ganzes Spektrum von Zeitungen prüft!