Erdöl-Autos: 600 Milliarden Russpartikel pro Auto, pro Kilometer

Bei den Kraftfahrzeugen wird vielfach nur über CO2 berichtet, dabei stösst das Auto auch noch giftige Stoffe aus. Die Abgasnorm EURO 6 für Motorfahrzeuge begrenzte zum ersten Mal die Russpartikelanzahl (neben der Partikelmasse). Diese Anzahl wurde auf sage und schreibe 600 Milliarden Partikelteilchen pro Auto sowie pro Kilometer begrenzt. 

 

Euro-6-Emissionsgrenzwerte [1] - PI = Fremdzündungsmotor = Benzinmotor | CI = Selbstzündungsmotor = Dieselmotor
Euro-6-Emissionsgrenzwerte [1] - PI = Fremdzündungsmotor = Benzinmotor | CI = Selbstzündungsmotor = Dieselmotor

6.0 x 1011 = 600’000’000’000 (600 Milliarden)

 

Unter optimalen Bedingungen – mit motorischer Verbrennung nicht erreichbar  – verbrennen Kohlenwasserstoffverbindungen (Benzin, Diesel, etc.) vollkommen zu Kohlendioxid CO2  und Wasser H2O [2].  Da dies mit Verbrennungsmotoren nicht erreichbar ist entstehen folgenden Schadstoffe:

 

HC = unverbrannte Kohlenwasserstoffe (hydrocarbons) 

Sie bestehen aus einer Vielzahl unterschiedlicher Verbindungen von Kohlenstoff und Wasserstoff und entstehen bei unvollkommener Verbrennung des Kraftstoffes [2]. Sie reizen die schleimhäute und sind je nach Zusammensetzung krebserregend [3]. In Verbindung mit Stickoxiden, Sauerstoff und Sonneneinstrahlung führen Reaktionen unter anderem zur Bildung von Ozon [4].

 

NOx = Stickstoffoxide, auch Stickoxide genannt

Der Sammelbegriff Stickoxide wird für die verschiedenen Oxide des Stickstoffs verwendet (Stickstoffmonoxid NO, Stickstoffdioxid NO2, Distickstoffoxid N2O). Sie entstehen vor allem bei hohen Verbrennungstemperaturen des Kraftstoffes. Stickoxide reizen die Atemwege, führen in hohen Konzentrationen zur Zerstörung des Lungengewebes und sind mitverantwortlich für Ozonbildung und Waldschäden. [2]

 

CO = Kohlenmonoxid

Kohlemonoxid entsteht bei unvollkommener Verbrennung des Kraftstoffes. Dieses Gas ist sehr giftig, eingeatmet blockiert es den Sauerstofftransport im Blut. Geringere Konzentrationen führen zu Kopfschmerzen, Müdigkeit, und beeinträchtigung der Sinnesleistung. Bei höherer Konzentration und längerer Einwirkdauer wirkt es tödlich. [2] 

 

SO2 = Schwefeldioxid (nur Dieselmotoren)

Schwefeldioxid entsteht beim verbrennen von schwefelhaltigen Brenn- und Treibstoffen [5], da Rohöl von Natur aus einen gewissen

unterschiedlich hohen Schwefelgehalt aufweist. Die Höhe des Schwefelgehalts des Dieselkraftstoffes ist abhängig von der Herkunft des Rohöles, den Entschwefelungsmöglichkeiten der Raffinerien und ist durch Normen und/oder Gesetze begrenzt [6]. Es ist ein farbloses Gas mit stechendem Geruch und starker Reizwirkung, besonders für die Atemwege. In Verbindung mit Wasser und Sonnenlicht wird es zu schwefliger Säure, die als Hauptverursacher des sauren Regens für Gebäudeschäden verantwortlich ist [7].

 

PM/PN = Russpartikel-masse/anzahl; (Fein-) Staub (particulate matter)

Russpartikel ist Feinstaub, die Grösse liegt im Mikro- bis Nanometer Bereich, also sehr sehr klein [8]. Sie entstehen bei Benzin- und Dieselmotoren mit Direkteinspritzung [2], welche heutzutage von nahezu allen Herstellern angeboten wird [9]. Russpartikel, insbesondere die ultrafeinen Russpartikel sind krebserregend. Selbst kleine Mengen sind für die Gesundheit bedenklich. Sie sind wahrscheinlich für den Grossteil der durch Luftverschmutzung verursachten Fälle von Lungenkrebs verantwortlich. [10]

Abgaszusammensetzung Benzinmotor [11]
Abgaszusammensetzung Benzinmotor [11]
Abgaszusammensetzung Dieselmotor [12]
Abgaszusammensetzung Dieselmotor [12]

Das sind ja nur 1.1% und 0.2%. Aber überlegen Sie mal wenn 100 Benzin-betriebene Autos fahren, dann stoßt ein Auto nur Schadstoffe aus. Bei den Dieselmotoren braucht es hingegen 500 Fahrzeuge. Zum Vergleich: Im Jahr 2013 waren 4’320’885 Personenwagen in der Schweiz eingelöst [13].

 

Das Problem bei der Schadstoffminderung liegt auch darin, dass zum Beispiel eine Senkung der Stickoxide wiederum eine Erhöhung der unverbrannten Kohlenwasserstoffe mit sich bringt. Weil Stickoxide bei sehr hohen Temperaturen entstehen, müsste man die Temperatur senken. Dies führt zu einer schlechteren Verbrennung des Kraftstoffes, daher gibt es mehr unverbrannte Kohlenwasserstoffe. [2] (Siehe Bild)

 

Schadstoffe von Benzinmotoren bei verschiedenen Luftverhältnissen [2]
Schadstoffe von Benzinmotoren bei verschiedenen Luftverhältnissen [2]

Aus diesen Gründen sollten Schadstoffe an der Quelle minimiert werden, indem man die technischen Fortschritte nutzt.

NZ Schweiz

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